1,4 Milliarden Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche für die Tonne

Rund 54 % der vermeidbaren Lebensmittelabfälle entstehen in Österreich in privaten Haushalten
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Fast ein Drittel der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzfläche dient der Produktion von Lebensmitteln, die nie verzehrt werden – sondern im Müll landen.
Wien, 4. Juni 2025 – Jährlich landen in Österreich über eine Million Tonnen noch genussfähige Lebensmittel im Müll – mit gravierenden Folgen. Global gesehen verschlingt die Verschwendung von Lebensmitteln etwa 250 km3 Wasser, das ist mehr als das Fünffache des Bodensees. Zusätzlich gehen zwischen acht und zehn Prozent der globalen Treibhausgasemissionen auf das Konto verschwendeter Lebensmittel. Wäre Lebensmittelverschwendung ein Land, hätte es den drittgrößten CO2-Ausstoß weltweit – nach China und den USA.

Anlässlich des internationalen Weltumwelttages machen das Ökosoziale Forum und Die Tafel Österreich auf die ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen von Lebensmittelverlusten aufmerksam. „Lebensmittelverschwendung ist eine stille Umweltkatastrophe, gegen die wir nur gemeinsam vorgehen können“, betont Hans Mayrhofer, Generalsekretär des Ökosozialen Forums Österreich & Europa. In Österreich entstehen rund 54 % der vermeidbaren Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten. Deshalb sind die Konsument:innen der wichtigste Schlüssel zur Lösung des Problems. „Das Projekt ,Isst das jemand?‘ von Ökosozialem Forum und Die Tafel Österreich schärft das Bewusstsein für dieses drängende Thema und zeigt, was jede und jeder dagegen tun kann“, so Mayrhofer.

Lebensmittelverschwendung betrifft uns alle
Der Umgang mit Lebensmitteln ist dabei nicht nur aus ökologischer Sicht wichtig, sondern auch in sozialer Hinsicht von Bedeutung. „In Österreich sind 420.000 Menschen von schwerer Ernährungsarmut betroffen. Allein von 2023 auf 2024 ist die Zahl der Personen in absoluter Armut, die wir versorgen, um 67 % gestiegen. Viele wissen nicht, wie sie die nächste Mahlzeit für sich oder ihre Kinder bezahlen sollen. Und das, während tonnenweise Lebensmittel weggeworfen werden“, so Alexandra Gruber, Geschäftsführerin Die Tafel Österreich.

Bewusstseinsbildung als Schlüssel zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung
Bereits kleine Veränderungen im Alltag – etwa ein bewusster Einkauf, sachgerechte Lagerung oder konsequente Verwertung von Lebensmittelresten – können einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung leisten. Um solche Verhaltensänderungen nachhaltig zu fördern, ist gezielte Aufklärung entscheidend. Genau hier setzt die aktuelle Kampagne an: Durch Veranstaltungen, Informationsmaterialien und Dialogformate werden Menschen dazu eingeladen, den eigenen Umgang mit Lebensmitteln zu überdenken. Dabei stehen praxisnahe Ansätze im Vordergrund: Warum passiert der größte Tail der Verschwendung in den Haushalten? Wie können wir mit einfachen Mitteln weniger wegschmeißen? Was bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Über das Projekt
Die Tafel Österreich und das Ökosoziale Forum zielen in ihrem gemeinsamen Projekt „Isst das jemand? Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung“ darauf ab, die Öffentlichkeit für das Ausmaß, die Konsequenzen und den eigenen Beitrag zur Lebensmittelverschwendung zu sensibilisieren. Durch informative Veranstaltungen und Dialoge wird auf die Sinnlosigkeit von Lebensmittelverschwendung hingewiesen und nachhaltiges Verhalten gefördert. Alle Materialien zur Kampagne können direkt bei der Tafel Österreich und dem Ökosozialen Forum bestellt werden. Das Projekt „Isst das jemand?“ wird von Bund, Ländern und Europäischer Union unterstützt.
Über das Ökosoziale Forum Österreich & Europa
Das Ökosoziale Forum ist ein Think-Tank, der sich für die Umsetzung der Ökosozialen Marktwirtschaft auf österreichischer und europäischer Ebene einsetzt. Dieses nachhaltige Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell wird durch die Vernetzung von Personen und Organisationen sowie eine Bündelung der Kräfte verwirklicht.

Über Die Tafel Österreich

Die Tafel Österreich versorgt seit 1999 armutsbetroffene Menschen durch soziale Einrichtungen kostenfrei mit geretteten Lebensmitteln. So haben sie eine essenzielle Sorge weniger und können mit professioneller Hilfe Wege aus der Not finden. Allein 2025 konnten über 1.500 Tonnen gerettete Lebensmittel an mehr als 85.000 Menschen in ganz Österreich weitergegeben werden. Die Non-Profit-Organisation ist überwiegend spendenfinanziert und auf Geld-, Zeit- und Warenspenden angewiesen. Mehr Infos unter tafel-oesterreich.at.

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(1) Verena Scheidl

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